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EGELSBACH    PONT SAINT ESPRIT    CHOJNÓW
Pont-Saint-Esprit
Chojnów (Haynau)
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Presseartikel der Frankfurter Neuen Presse vom 17.03.2005
Der Dom in Haynau ist künftig das Ziel der Egelsbacher

Egelsbach.   Bürgermeister Rudi .Moritz ist sich sicher, dass die Polen bedeutend mehr verstehen, als sie zugeben". Aber auch da könne man sich nicht wirklich sicher sein, sagt der Rathauschef schmunzelnd. Er selbst könne inzwischen „Danke" und „Bitte" sagen, „Das reicht natürlich nicht aus, aber mit Hilfe der Dolmetscher klappt die Verständigung reibungslos," Nicht immer bedarf es der vielen Worte, auch ein gemeinsames Essen, bei dem das eine oder andere Gläschen Wodka nicht fehlen darf, kann dazu beitragen, eine Freundschaft zu vertiefen, „Und das Glas ist mehr als eine Daumenhöhe gefüllt“  ist Moritz sichtlich beeindruckt von der Trinkfestigkeit der neuen Freunde. „Denn nach einem Jahr  kann ich sagen dass mittlerweile eine Freundschaft entstanden ist" Beim Gegenbesuch der polnischen Delegation wurde natürlich zünftig mit Ebbelwei angestoßen.

Grund zum Feiern gibt es morgen ebenfalls, denn vor einem Jahr, am 18. März 2005, wurde die Partnerschaft mit der Stadt Haynau besiegelt. Die Gegenunterzeichnung der Urkunden erfolgt schließlich am 11. Juni in Haynau
Sowohl die meisten Egelsbacher als auch die Bürger von Haynau hatten vorher die jeweils andere Stadt nicht gekannt. Die Partnerschaft sei aber „von beiden Seiten positiv und aufgeschlossen'' angenommen worden, berichtet Dieter Schroeder. Er war es auch, der die Verbindung zwischen beiden Städten aufbaute und eine Partnerschaft angeregt hat, „Meine Frau stammt aus Haynau", so Schroeder, der seit Jahren regelmäßig nach Polen fahrt und dort zwei Schulen mit Spenden unterstützt. Für  sein Engagement wurde Schroeder 2004 zum Ehrenbürger  Haynaus ernannt.
Die  niederschlesische  Stadt Haynau   liegt   rund 28 Kilometer östlich von der schlesischen  Keramikstadt Bunzlau (Boleslawiec) und etwa 13 Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Liegnitz (Legnica). Haynau gehörte bis zum Zweiten Weltkrieg zu Preußen, bevor es 1945/46 polnisch wurde   und heute eigentlich Chojnow (sprich: Heunuf) heiße. Die Polen wünschen sich jedoch, dass im deutschen Sprachgebrauch der alte, deutsche Name Haynau verwendet wird. „Es ist interessant, das ehemalige deutsche Schlesien und die Schönheit der Städte kennen zu lernen", sagt Schroeder. Haynau war vor dem Krieg eine bedeutende Industriestadt, so gab es dort auch eine Papierfabrik, die unter anderem hochwertige Spezialpapiere für Geldscheine, darunter auch die Reichsmark herstellte. Heute zählt die Stadt rund 15000 Einwohner, erstmals wurde sie 1288 urkundlich als civitas erwähnt.

Sehenswürdigkeiten und interessante Gebäude sind laut Schroeder etwa der Haynauer Dom. Die Kirche ist die größte dreischiffige, eintürmige Backsteinkirche Schlesiens sowie der Ring, der größte Marktplatz in Niederschlesien. Hier werden an jedem zweiten Wochenende im Juni die „Haynauer Tage" gefeiert. Mit Hinblick auf die Fußball-WM werden sie in diesem Jahr eine Woche vorher gefeiert. Eine Delegation aus Egelsbach wird auch dabei sein. „Das lasse ich mir nicht entgehen", bekräftigt Bürgermeister Moritz.(nay)